Warum tödliche Unfälle in kleinen Unternehmen häufiger vorkommen

25. März 2026

AI Zusammenfassung

Kleine Unternehmen verzeichnen oft höhere Unfallzahlen mit tödlichem Ausgang, da sie in risikoreichen Umgebungen tätig sind und über weniger spezielle Sicherheitsressourcen verfügen. Daher sind einfache Hilfsmittel, die sicherere Gewohnheiten und ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein fördern, für die Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz unerlässlich.
In kleinen Unternehmen ereignen sich mehr tödliche Unfälle

Das Risiko tödlicher Arbeitsunfälle ist in kleineren Betrieben höher als in großen Unternehmen.

Aus den von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) veröffentlichten Daten geht hervor, dass Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten deutlich mehr tödliche Arbeitsunfälle pro Mitarbeiter verzeichnen als Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. In einigen Fällen kann die Zahl der Todesfälle in kleineren Unternehmen bis zu fünfmal höher sein.

Dieses Ergebnis mag zunächst überraschend erscheinen: Wenn von gefährlichen Arbeitsplätzen die Rede ist, denken die meisten Menschen an große Industriebetriebe mit schweren Maschinen und komplexen Arbeitsabläufen. Die Daten zeigen jedoch, dass das Risiko nicht unbedingt mit der Größe des Unternehmens abnimmt.

Politische Entscheidungsträger suchen unterdessen nach Möglichkeiten zur Reduzierung des Verwaltungsaufwands in kleinen Unternehmen. Das deutsche Bundesarbeitsministerium plant zum Beispiel eine Reduzierung der Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten in kleineren Unternehmen (Quelle).

Dieser Schritt zielt darauf ab, die Vorschriften zu vereinfachen und den Verwaltungsaufwand zu verringern. Dabei drängt sich jedoch eine wichtige Frage auf: Wenn das Unfallrisiko in kleinen Unternehmen ohnehin schon höher ist, wie können wir diese Unternehmen dann bei der Verbesserung der Sicherheit unterstützen, ohne ihren Arbeitsalltag noch komplexer zu machen?

Die Sicherheitslücke in kleinen Unternehmen

Um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten, sind Zeit, Fachwissen und strukturierte Prozesse erforderlich.

In großen Unternehmen wird diese Aufgabe oft von speziellen HSE-Teams (Health, Safety und Environment) unterstützt. Diese Fachkräfte sind für die Compliance-Berichterstattung, Risikobewertungen, Unfalluntersuchungen und Meldesysteme für Beinaheunfälle zuständig. Ihre Arbeit wird durch etablierte Verfahren, Spezialsoftware und klare Organisationsstrukturen unterstützt. Zahlreiche größere Unternehmen investieren auch viel Zeit und Ressourcen in verhaltensbasierte Sicherheitsprogramme, die darauf abzielen, das Sicherheitsbewusstsein und entsprechende Gewohnheiten bei der gesamten Belegschaft zu stärken.

In kleineren Unternehmen sieht die Situation oft ganz anders aus.

In Branchen wie dem Bauwesen oder in kleinen Industriebetrieben liegt die Verantwortung für die Sicherheit oft alleinig bei einem Vorgesetzten, einem Betriebsleiter oder dem Firmeninhaber – oft ohne fachliche Unterstützung eines Experten. Selbst wenn diese Personen das Thema Sicherheit mit den besten Absichten angehen, kann es schwierig für sie sein, neben ihren Hauptaufgaben auch noch die Rolle einer Sicherheitsfachkraft zu übernehmen. In vielen Fällen greifen Unternehmen daher auf die Unterstützung externer Sicherheitsberater oder -experten zurück. Seit einiger Zeit wird jedoch das Konzept diskutiert, diese externe Unterstützung nicht mehr zwingend vorzuschreiben (wie etwa in Deutschland, wo vorgeschlagen wurde, die Verpflichtung für kleine Unternehmen zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten zu lockern).

Selbst in Ländern, in denen Unternehmen gesetzlich zur Bestellung eines Beauftragten für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz verpflichtet sind, handelt es sich bei dieser Funktion in kleineren Unternehmen selten um eine Vollzeitstelle. Arbeitgeber in Frankreich und Großbritannien müssen zum Beispiel einen Sachkundigen benennen, der für die Unterstützung des Arbeitsschutzmanagements zuständig ist. In der Praxis bedeutet das jedoch oft, dass die jeweilige Person diese Aufgabe neben ihrer eigentlichen betrieblichen Funktion wahrnimmt.

Dies hat zur Folge, dass Prozesse wie die Unfallüberwachung, die Meldung von Beinaheunfällen oder die strukturierte Risikoanalyse weniger formalisiert sind oder nicht in einheitlicher Form umgesetzt werden.

Aus dieser Situation ergibt sich ein Paradox:

Viele kleine Unternehmen sind in Bereichen tätig, in denen erhebliche betriebliche Risiken auftreten können (z. B. Bauunternehmen, bei denen Arbeiten in der Höhe ausgeführt oder gefährliche Werkzeuge verwendet werden). Dennoch haben sie oft nicht genügend Zeit und keine ausreichenden Ressourcen für ein strukturiertes Sicherheitsmanagement.

Das bedeutet allerdings nicht, dass kleine Unternehmen weniger Wert auf Sicherheit legen. Im Gegenteil: Kleinere Teams übernehmen oft eine besondere persönliche Verantwortung für das gegenseitige Wohlergehen. Für kleine Betriebe kann es jedoch schlichtweg unrealistisch sein, dieselben Sicherheitssysteme einzuführen, die von großen Unternehmen verwendet werden. Was sie tatsächlich brauchen, sind einfachere Sicherheitsansätze, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag einfügen. Die dazu erforderlichen Ressourcen sind allerdings nicht die einzige Herausforderung: Es geht auch darum, Sicherheitskonzepte zu finden, die der täglichen Realität kleiner Teams und ihrer Arbeitsweise gerecht werden.

Einfache Sicherheitstools für kleine Teams

Zur Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz sind in kleinen Unternehmen nicht unbedingt umfangreiche Systeme, aufwendige Verwaltungsprozesse oder hohe Budgets erforderlich.

Die besten Lösungen sind meist einfach und praktisch und lassen sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren. Viele Unternehmen verlassen sich nicht mehr auf lange Schulungen oder komplexe Berichtsverfahren, sondern verfolgen mittlerweile vereinfachte Ansätze, bei denen kontinuierliches Lernen und Sensibilisierung im Vordergrund stehen.

Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung digitaler Tools, die kurze Schulungsmodule direkt über mobile Endgeräte an Mitarbeiter übermitteln. Das Durchführen von Lerneinheiten im Microlearning-Format nimmt in der Regel nur wenige Minuten in Anspruch und sie lassen sich perfekt in den Arbeitsalltag integrieren, ohne den Arbeitsablauf zu stören.

Anstatt ein- oder zweimal pro Jahr lange Schulungen zu absolvieren, können Mitarbeiter ihr Sicherheitswissen mit Microlearning regelmäßig in kurzen Lerneinheiten vertiefen.

Ein weiterer neuer Ansatz ist die Verwendung digitaler Nudges. Dabei handelt es sich um kurze Hinweise oder Aufforderungen, die Mitarbeitern dabei helfen sollen, potenzielle Risiken im Auge zu behalten, die bei ihrer täglichen Arbeit auftreten können. Im Gegensatz zu rein formalen Verfahren fordern digitale Nudges Mitarbeiter dazu auf, innezuhalten, ihre Umgebung bewusst wahrzunehmen und sich auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren.

Für kleine Teams können solche Tools ein praktisches Hilfsmittel sein, um das Sicherheitsbewusstsein der Teammitglieder zu stärken, ohne den Verwaltungsaufwand zu erhöhen. Da diese Tools digital sind, können sie schnell bereitgestellt und problemlos skaliert werden, selbst in Unternehmen, die kein eigenes Sicherheitspersonal haben.

Der Faktor Mensch in kleinen Teams

Auch wenn die nötigen Sicherheitsvorkehrungen vorhanden sind, kommt es gerade bei Routinearbeiten oft zu Zwischenfällen.

In kleineren Unternehmen arbeiten die Teams meist eng zusammen und entwickeln ihre eigenen Arbeitsweisen. Mitarbeiter verlassen sich hauptsächlich auf ihre eigenen Erfahrungen und das Wissen ihrer Kollegen und improvisieren oft mehr als größere Unternehmen. Diese Flexibilität kann zwar eine Stärke sein, sie birgt aber auch einige Risiken.

Mit der Zeit kann die Vertrautheit mit bestimmten Aufgaben zur Selbstüberschätzung .führen. Bestimmte Arbeitsschritte werden übersprungen, es werden kleine Abkürzungen genommen oder eine Aufgabe wird als sicher angesehen, weil sie bereits mehrmals ohne Zwischenfälle ausgeführt wurde. Diese Verhaltensweisen sind selten beabsichtigt. Sie treten meist auf, wenn Mitarbeiter Ihre Arbeit mit den besten Absichten erledigen („ich muss das noch schaffen“) – oft ist Hektik im Spiel, sie sind müde oder schalten bei Routineaufgaben einfach auf Autopilot.

Deshalb achten viele Sicherheitsexperten verstärkt auf den Faktor Mensch und auf alltägliche Verhaltensweisen – nicht nur auf Verfahren und Compliance-Systeme. In Umgebungen, in denen es kaum formale Sicherheitsstrukturen gibt, sollten Mitarbeiter dabei unterstützt werden, sich ihrer Verfassung und Umgebung bewusst zu werden – dies kann entscheidend zur Vermeidung von Zwischenfällen beitragen.

Daraus ergibt sich jedoch eine weitere Herausforderung: Wenn viele Zwischenfälle mit alltäglichen Verhaltensweisen zusammenhängen, reichen herkömmliche Sicherheitsschulungen (die sich oft auf Verfahren und technische Anweisungen konzentrieren) möglicherweise nicht aus.

Schulungen zur Sicherheit am Arbeitsplatz: ein neuer Ansatz

Es gibt jetzt einen neuen Ansatz für Sicherheitsschulungen.

Anstatt sich ausschließlich auf Verfahren oder technische Anweisungen zu konzentrieren, verwenden viele größere Unternehmen bereits Ansätze, die ihren Mitarbeitern dabei helfen, sicherere Gewohnheiten zu entwickeln und bei alltäglichen Aufgaben aufmerksam zu bleiben. Es gibt jetzt digitale Plattformen, die kurze Lernmodule, Erinnerungsfunktionen und praktische Übungen miteinander kombinieren, um eine kontinuierliche Lernerfahrung zu schaffen, die eine Verhaltensänderung hin zu mehr Sicherheit fördert.

Genau das ist der von YOUFactors verfolgte Ansatz: Mitarbeiter werden bei der Entwicklung von praktischen Sicherheitskompetenzen und -gewohnheiten unterstützt, um das Risiko des menschlichen Versagens zu verringern. Anstatt den Fokus ausschließlich auf Verfahren und technische Anweisungen zu legen, schult die Plattform Mitarbeiter darin, alltägliche menschliche Faktoren wie Hektik, Müdigkeit, Frustration oder Selbstüberschätzung zu erkennen – also Zustände, die bei Routineaufgaben häufig zu Fehlern und Unfällen führen. Durch kleine Lerneinheiten und regelmäßige Hinweise lernen Mitarbeiter, Risiken bewusst wahrzunehmen und einfache Methoden anzuwenden, um kritische Fehler bei der täglichen Arbeit zu vermeiden.

Die Erwartungen an die Sicherheit nehmen ständig zu. Die Herausforderung besteht jedoch nicht nur darin, weitere Verfahren einzuführen. Vielmehr müssen praktische Lösungen gefunden werden, um sicherere Gewohnheiten im Arbeitsalltag zu verankern, vor allem in kleinen Unternehmen, in denen die Risiken oft am größten sind.

Möchten Sie wissen, wie es funktioniert?

Wenn Sie in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen für die Sicherheit zuständig sind, verfolgen Sie die aktuellen Diskussionen über die Reduzierung der Sicherheitspflichten wahrscheinlich mit Erleichterung, erkennen aber auch die damit verbundenen Herausforderungen.

Einerseits verringert sich der Verwaltungsaufwand, wenn weniger formale Anforderungen erfüllt werden müssen. Andererseits sind die Risiken in vielen kleinen Betrieben nach wie vor sehr real. Kleine Unternehmen haben nun die Möglichkeit, über die Einhaltung von Vorschriften [CC5.1]hinauszugehen und intelligentere, praxisorientierte Lösungen einzuführen, die zur Verbesserung der Sicherheit beitragen, ohne die tägliche Arbeit zu verkomplizieren.

YOUFactors wurde genau dafür entwickelt.

Die Plattform unterstützt Teams bei der Aneignung sicherer Gewohnheiten – durch kurze Lerneinheiten, praktische Erinnerungshilfen und Tools, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Unabhängig davon, ob Sie ein Bauteam, eine Werkstatt oder einen kleinen Industriebetrieb leiten – das Ziel ist einfach: Sie möchten Ihren Mitarbeitern dabei helfen, aufmerksam zu bleiben, schwerwiegende Fehler zu vermeiden und Risiken zu minimieren, bevor es zu Zwischenfällen kommt.

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25. März 2026
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